Um was geht es in „Wie Gräser im Wind“ von Ella Zeiss?

Zwei Familien – zwei Schicksale, deren Wege sich irgendwann kreuzen. Das Jahr 1930 bringt vielen, einst wohlhabenden Familien auf der Krim schwerwiegende Veränderungen. Das Sowjetregime verlangt absolute Staatstreue. Aber ihre deutschen Wurzeln machen es Familie Scholz unmöglich, als vertrauenswürdige Staatsbürger eingestuft zu werden. Ein schweres Schicksal steht der Familie bevor, das sie mehr als einmal an ihre Grenzen bringt. Nur durch bedingungslose Aufopferung und die Liebe zueinander schöpft jeder einzelne Kraft beim Kampf ums nackte Überleben. Auch Familie Pfeiffer hat deutsche Wurzeln und wird durch das Regime drangsaliert. Als Lehrer darf Samuel Pfeiffer nicht mehr arbeiten. Er flieht, um der Verhaftung und Verschleppung in ein Arbeitslager zu entgehen. Schnell muss er feststellen, dass ihm seine Wurzeln nicht nur auf der Krim zum Verhängnis werden. Für beide Familien beginnt ein harter Kampf, der viele Opfer fordert.

Kritik zu dem Roman „Wie Gräser im Wind“:

Wie Gräser im Wind - Tage des Sturms 1 von Ella ZeissElla Zeiss ist es in „Wie Gräser im Wind“, dem ersten Band der Tage des Sturms-Reihe gelungen, ein großes Thema auf einzigartige Weise aufzuarbeiten. Sie profitiert dabei von den Erinnerungen ihrer eigenen Großeltern, deren Schicksal sie in ihrem Buch beschreibt. Gerade die Tatsache, dass die Autorin ihren Roman nach wahren Begebenheiten geschrieben hat, verleiht ihm außerordentliche Authentizität. Wer diesen Roman liest, erlebt einen spannenden Ausflug in ein Kapitel der Geschichte, das nur selten so ausführlich betrachtet wurde.

Was damals geschah, ist vielen Menschen gar nicht bewusst.  Die Betroffenen erfahren auf beiden Seiten Ablehnung und können sich dadurch aufgrund ihrer Wurzeln nirgends wirklich zuhause fühlen. Von Russen ebenso verachtet wie von den Deutschen ist es den Russlanddeutschen kaum möglich, irgendwo Fuß zu fassen.

Die Autorin schafft ein eindrucksvolles Porträt beider Familien und lässt ihre Leser an deren Schicksal teilhaben. Ihre anschaulichen Beschreibungen wecken klare Bilder von den örtlichen Gegebenheiten und vom damaligen System. Sie schreibt angenehm flüssig und schafft es, aus der bedrückenden Atmosphäre einen interessanten Roman mit vielen Facetten zu zaubern. Es fällt schwer, das Buch „Wie Gräser im Wind“ aus der Hand zu legen. Das Mitgefühl mit den beiden Familien wächst von Zeile zu Zeile. Es schein unvorstellbar, dass derartige Dinge geschehen konnten, in einem System, das von sich selbst behauptet hat, die Gleichheit aller Menschen als Basis für sein Funktionieren zu betrachten.

Ella Zeiss ist selbst in Kasachstan geboren, kam dann als Kind nach Deutschland. Ihre eigenen Wurzeln und die umfangreichen Aufzeichnungen und Erinnerungen ihrer Großeltern haben ihr sicher die Recherche zu diesem großen Thema erleichtert. Alle in allem ist es der Autorin gelungen, mit ihrem Roman Verständnis und Mitgefühl für die vielen Aussiedler zu wecken.

Mein Fazit zu dem Buch von Ella Zeiss:

Manchmal bedarf es eines guten Buches, um eine geschichtliche Epoche wirklich zu verstehen. Das Thema der Zwangsumsiedlungen durch das damalige Sowjetregime wird in den Geschichtsbüchern wenig bis gar nicht betrachtet. Wer sich für Geschichte interessiert, findet in diesem Roman von Ella Zeiss viele Antworten auf Fragen, die vielleicht bislang unbeantwortet blieben. Ich habe diese Reise in die Vergangenheit sehr genossen und mit beiden sehr stark mitgefühlt. „Wie Gräser im Wind“ ist ein Buch, das Augen öffnet und zum Nachdenken anregt.

Wir haben auch eine Übersicht der Bücher von Ella Zeiss und eine Rezension zu dem zweiten Band der Reihe Von Hoffnung getragen.

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Wie Gräser im Wind von Ella ZeissWie Gräser im Wind – Tage des Sturms 1

  • Autorin: Ella Zeiss
  • Verlag: Books on Demand
  • 336 Seiten
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