Um was geht es in „Von Hoffnung getragen“ von Ella Zeiss?

Im Jahr 1942 tobt der Zweite Weltkrieg und erschüttert die Sowjetunion mit der ungeahnten Stärke der deutschen Wehrmacht. Immer weiter kämpft sie sich voran und die Angst vor den nahenden Feinden wächst. Es ist eine Zeit des Misstrauens, der Angst und des Hasses gegenüber den in der Sowjetunion lebenden Deutschen. Dies bekommen sowohl die Pfeiffers als auch Familie Scholz bitter zu spüren. Ihre Odyssee verschlägt beide Familien in Arbeitslager, wo sie weit über ihre Grenzen hinausgehen müssen, um zu überleben.  Yvo Scholz kämpft sich mit ihrer Mutter bis nach Tscheljabinsk durch, um den verschleppten Bruder wieder zu finden. Auf Harri Pfeiffer versucht, in der Stadt Fuß zu fassen. Die erste Begegnung der beiden zutiefst gezeichneten Menschen lässt sie neue Hoffnung schöpfen. Ohne zu wissen warum, spüren beide das starke Band, das sie miteinander verbindet, vom ersten Moment an.

Kritik zu dem Roman „Von Hoffnung getragen“:

Von Hoffnung getragen - Tage des Sturms 2 von Ella ZeissIn der Fortsetzung ihres gelungenen Romans „Wie Gräser im Wind“, dem Auftakt der Tage des Sturms-Reihe, konzentriert sich die Autorin Ella Zeiss auf die Zeit des Zweiten Weltkriegs und die folgende Zeit des industriellen Wiederaufbaus. Sie zeigt anhand der Geschichte ihrer eigenen Großeltern, mit wie viel Hass und Diskriminierung die sogenannten Russlanddeutschen damals zu kämpfen hatten. Die Autorin weckt starke Sympathien für ihre Hauptprotagonisten und spiegelt die damalige Zeit sehr authentisch wieder.

Es ist deutlich spürbar, wie sehr die Tage des Sturms-Reihe der Autorin am Herzen liegt. Ihre Worte berühren zutiefst und zeichnen ein Bild von einem Leben, das kaum vorstellbar scheint. Wie es Ella Zeiss beim Schreiben der Familiengeschichte ihrer eigenen Vorfahren ergangen sein muss, ist beim Lesen auf jeden Fall zu erahnen. Ihr Anliegen, mit dieser Familiensaga Verständnis für die Aussiedler zu wecken und ein Stück Geschichte zu erzählen, hat sie grandios umgesetzt.

Sie beschreibt in „Von Hoffnung getragen“ eine Zeit, die in den Geschichtsbüchern kaum Erwähnung findet. Detailreiche Schilderungen und umfangreiche Beschreibungen wirken zu keiner Zeit langatmig. Im Gegenteil – sie zeichnen ein konkretes Bild und lassen den Leser in die Rollen der Familien Scholz und Pfeiffer schlüpfen. Umrahmt wird die aufregende Odyssee beider Familien von dem romantischen Aufeinandertreffen der zweiten Generation. Trotz schwerster Schicksalsschläge verliert niemand seinen Lebensmut und den Ehrgeiz, für die eigenen Wünsche und Ziele zu kämpfen.

Mein Fazit zu dem Buch von Ella Zeiss:

Auch im zweiten Teil der Tage des Sturms-Reihe beweist Ella Zeiss, wie sensibel das Thema tatsächlich ist. Sie schreibt weder belehrend, noch anklagend. Sie berichtet und lässt die Vorkommnisse einfach wirken. Wer Geschichte hautnah erleben möchte und den ersten Teil kennt, sollte sich diese gelungene Fortsetzung nicht entgehen lassen. Vielleicht gelingt es der Autorin mit dieser beeindruckenden Familiensaga, ein bisschen mehr Toleranz und vor allem Verständnis für die zahlreichen Aussiedler zu wecken. Es ist kaum vorstellbar, wie sich Menschen fühlen müssen, die weder in Russland noch in Deutschland wirklich willkommen sind. Dass die Schriftstellerin selbst kasachische Wurzeln hat, ist sicher ein weiterer Grund, weshalb sie ihren Lesern diese schwierige Thematik unbedingt näherbringen wollte. Ich kann auch diesen Teil der Tage des Sturms-Reihe auf jeden Fall empfehlen.

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Von Hoffnung getragen von Ella ZeissVon Hoffnung getragen – Tage des Sturms 2

  • Autorin: Ella Zeiss
  • Verlag: Books on Demand
  • 405 Seiten
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