Um was geht es in „Das Labyrinth des Fauns“ von Cornelia Funke“?

Im vorletzten Jahr des Zweiten Weltkriegs, 1944, folgen die junge Ofelia und ihre Mutter dem Stiefvater in die Berge, wo dieser als Offizier stationiert ist. Der Stiefvater ist ein brutaler Mann, der im Auftrag von Diktator Franco Partisanen aufspüren soll. Vor der grausamen Realität flieht Ofelia immer wieder in den Wald, der sie magisch anzieht und in dem sie geheimnisvolle Wesen entdeckt.

Schließlich stößt sie auf ein Labyrinth mit Zugang zu einem unterirdischen Königreich, dessen lang verschollene Prinzessin sie sein könnte. Ein Faun will ihr den Weg weisen, sofern sie sich als würdig erweist und drei Aufgaben löst – doch die sind schwer …

Kritik zu dem Roman „Das Labyrinth des Fauns“:

Das Labyrinth des Fauns von Cornelia FunkeDer Plot kommt Dir bekannt vor? Kein Wunder: Cornelia Funke hat sich hier dem magischen Meisterwerk von Guillermo del Toro angenommen und den Film „Pans Labyrinth“ in eine Buchform gebracht. Es gelingt ihr erstaunlich gut. Tatsächlich habe ich mir nach der Lektüre den Spielfilm aus dem Jahr 2007 noch einmal angeschaut und war überrascht, wie exakt Cornelia Funke das Original wiedergibt – nahezu wortwörtlich. Das war auch die Absicht der Autorin, die sich selbst als großen Fan des Films bezeichnet und sagt, sie sei „nie stolzer“ auf ein Buch gewesen als auf dieses.

Wer den Film kennt, wird also vielleicht große Erwartungen an den Roman haben. Andererseits darf man sich fragen, ob es überhaupt nötig oder gar angemessen ist, einen sehr gut funktionierenden Film in ein Buch zu übertragen. Braucht man „Das Labyrinth des Fauns“? Vielleicht nicht. Aber unterhält der Roman? Ja, das gelingt ihm auszeichnet. Und den mehr als ein Jahrzehnt alten Film wird der Großteil der anvisierten Zielgruppe ohnehin kaum kennen, und ein wenig Fantasie hat Cornelia Funke schon noch spielen lassen – sie erzählt in Zwischensequenzen die Vorgeschichten bekannter Figuren und Orte, wie beispielsweise des Kinderfressers, der Riesenkröte und der alten Mühle. Letzten Endes ist es auch nicht notwendig, den Film zu kennen, um die Lektüre genießen zu können.

Damit sind wir wieder bei der Handlung des Romans, der sich wie erwähnt sehr genau an der Filmhandlung orientiert. Das bedeutet auch, dass „Das Labyrinth des Fauns“ gewiss kein Kinderbuch ist und trotz des eher märchenhaften Erzählstils auch nicht geeignet für allzu junge Jugendliche. Die Altersempfehlung des Verlags liegt bei ab 14 Jahren – und das sollte auch das absolute Minimum sein. Immerhin werden die im Film vorkommenden Folterungen, Hinrichtungen und andere Grausamkeiten explizit beschrieben. Bei allem Mystery-Märchen-Touch, für schwache Nerven ist das nichts. Es gibt ja nicht nur die mystischen Wesen der Unterwelt, mit denen sich Ofelia auseinandersetzen muss. Die Realität eines Lebens mitten im Krieg mit einem sadistischen Stiefvater, der den Widerstand gegen das Regime auf grausamste Weise niederschlagen will – all das ist bereits schlimm genug.

Doch ist da ja noch Cornelia Funkes Sprache, die der teils unheimlichen Handlung einen magischen Hauch verleiht. Sie schreibt märchenhaft und poetisch, in einem äußerst bildreichen Stil, der es Kennern des Films leicht macht, die entsprechenden Szenen vor sich zu sehen. So vermittelt das Buch die Botschaft des Films an ein neues Publikum: Dass die Freiheit Opfer erfordert. Die Botschaft, aktueller denn je, kommt ohne Holzhammer, aber doch klar genug, dass auch junge LeserInnen sie verstehen.

Mein Fazit zu dem Buch von Cornelia Funke:

Wer sich noch gut an „Pans Labyrinth“ von Guillermo del Toro erinnert, wird entweder erfreut sein über die genaue Wiedergabe des Romans, oder in „Das Labyrinth des Fauns“ schlicht nichts Neues entdecken können. So oder so hat Cornelia Funke ein lesenswertes Buch geschaffen, dessen märchenhaft-mythische Sprache LeserInnen vom (älteren) Jugendlichen bis hin zum literarisch junggebliebenen Erwachsenen gleichermaßen erfreuen wird.

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Das Labyrinth des Fauns
169 Bewertungen
Das Labyrinth des Fauns
  • Cornelia Funke, Guillermo del Toro
  • Herausgeber: FISCHER Sauerländer
  • Auflage Nr. 2 (02.07.2019)
  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Pans Labyrinth [Blu-ray]
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  • Universum Film GmbH (03.06.2009)
  • Blu-ray, Freigegeben ab 16 Jahren
  • Laufzeit: 119 Minuten
  • Doug Jones, Frederico Luppi, Alex Angulo, Sergi Lopez, Roger Casamajor
  • Deutsch, Spanisch

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