Die Behandlung von Mo HayderZunächst eine Warnung an Zartbesaiteten: „Die Behandlung“ ist hart. Finger weg!
Und ein Rat an Fans von Karin Slaughter: Zugreifen!
Mo Hayder schreibt „unbritisch“, und ist in ihrem Stil nicht zu vergleichen mit Martha Grimes oder Ann Granger. Bei Hayder wird wenig Wert gelegt auf die englische Landschaft, britisches Understatement oder die Konflikte zwischen Adel und Bürger, zwischen arm und reich, zwischen Weißen und Mitgliedern des Commonwealth. Es geht Mo Hayder, wie ihrer amerikanischen Kollegin Karen Slaughter, vor allem um die „Helden“ ihrer Geschichte und das in mehrfacher Hinsicht.

Da ist der Fall an sich, den sie schonungslos und detailliert beschreibt. Da sind Inspector Jack Caffery und seine Freundin Rebecca, die eine starke Beziehung, im Sinne von offen, ehrlich, streit- und liebesfähig, führen und einander fast verlieren. Da sind die Traumata dieser Beiden, die uns in den Abgrund der menschlichen Seele blicken lassen. Und, nicht zuletzt, sind da die Täter und Opfer, mit denen man leidet, die man zu hassen beginnt, denen man helfen möchte und die man ins Herz schließt.

Der Fall in „Die Behandlung“ an sich ist ein einziger Abgrund:

Pädophile, denen es nicht genügt Minderjährige zu missbrauchen, sondern noch einige Schritte weiter gehen. Was uns hier von Mo Hayder serviert wird, ist schauderhaft, zwingt uns ein ums andere Mal innezuhalten und tief durchzuatmen, bevor wir uns wieder den Schrecken zuwenden, die sie hier, man muss schon sagen, liebevoll, ausmalt. Sie schafft Verwirrung, wo wir uns sicher sind, zu wissen, wie es weiter- bzw. ausgeht. Sie schockiert uns, wenn wir denken, dass es schlimmer nicht mehr kommen kann. Sie löst auf, wenn wir meinen nichts mehr zu verstehen.

Kurz: Sie bedient sich aller handwerklicher Geschicklichkeit, die das Schreiben von Thrillern erfordert.
Trotzdem, oder gerade deswegen, wirkt die Geschichte nicht konstruiert, sind die Charaktere glaubhaft und entwickeln sich bis zum Ende hin weiter. Obendrein zeigt uns Mo Hayder mit diesem Thriller wie viel um uns herum geschehen kann und geschieht, wovon wir nicht die geringste Ahnung haben.

Fazit zu Die Behandlung von Mo Hayder:

Die letzten hundert Seiten habe ich in einem Stück durchgelesen, ohne auf die Zeit zu achten. In einem Wort: Lesenswert! – Rezensent HH für Bücherserien.de

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