Um was geht es in „Der Wassertänzer“ von Ta-Nehisi Coates?

Hiram wird als Sklave geboren und lebt, seit er denken kann, mit seiner Adoptivmutter Thena auf einer Plantage in Virginia. Aufgewachsen in stetiger Repression, sucht er als fast erwachsener Mann nach einem Weg zu entkommen. Hiram tritt einer geheimen, im Untergrund operierenden Organisation bei, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Sklaverei von innen heraus zu vernichten. Und er erkennt, dass er im Besitz einer geheimnisvollen, mysteriösen Kraft ist, die er nicht versteht, die ihm aber vielleicht helfen kann, sich selbst und seine Familie – zu der auch seine Geliebte gehört – zu befreien.

Kritik zu dem Roman von Ta-Nehisi Coates:

Obgleich „Der Wassertänzer“ das Debüt des amerikanischen Journalisten Ta-Nehisi Coates ist, so ist dieser doch kein Unbekannter: Seine Artikel in „The Atlantic“ über die sogenannte „White Supremacy“ haben in den USA einiges Aufsehen erregt. Zudem hat er vor seinem Roman bereits eine Autobiographie sowie einige Sachbücher veröffentlicht, die sich ebenfalls mit den Schwierigkeiten der Afroamerikaner in den USA, sprich vor allem dem Rassismus, beschäftigen. Es ist also wohl nur folgerichtig, dass sein erstes Buch zu Zeiten der Sklaverei spielt.

Der Wassertänzer von Ta-Nehisi CoatesAllerdings nutzt Ta-Nehisi Coates einen ungewöhnlichen Twist für seine Geschichte des jungen Sklaven Hiram. Der nämlich kann sich teleportieren. Das ist ein Talent, das für die Underground Railroad (siehe auch den gleichnamigen Roman von Colson Whitehead), das geheime Netzwerk derjenigen, die sich gegen die Sklaverei stemmen, äußerst nützlich ist: Denn bei seiner Teleportation kann Hiram auch andere mitnehmen. Dieses fantastische Element macht aus einem Roman, der sich mit einem historischen Thema auseinandersetzt, eine Geschichte am Rande des magischen Realismus. Das ist eine mutige Wahl – und funktioniert überraschenderweise hervorragend.

Das liegt vor allem an der prosaischen Sprache, derer sich Ta-Nehisi Coates bedient. „Der Wassertänzer“ ist ein nahezu komplexes Buch, in dem der Autor beispielsweise gängige, erwartbare Begriffe mit anderen ersetzt oder Schachtelsätze aufbaut, die gleichermaßen beeindruckend wie furchteinflößend wirken können. Entstanden ist daraus ein durchaus spannendes Buch, das trotz seines zugrundeliegenden schwierigen Grundthemas sowohl unterhält als auch zum Nachdenken anregt. Gerade die übernatürliche Begabung Hirams ist dafür ein zentrales Element, denn die bittere Wahrheit der Sklaverei mit all ihren Folgen lässt sich bei der Lektüre nicht wegdenken. „Dies ist ein bewegendes Buch, mit gut ausgearbeiteten Charakteren und einem fließenden Stil, der sich mal in einer Art Traumwelt, mal im harten und realistisch anmutenden Alltag der Sklaverei bewegt.

Mein Fazit zu dem Buch „Der Wassertänzer“:

Kurzum: „Der Wassertänzer“ ist ein in mehrerer Hinsicht fantastischer Roman, nicht nur wegen des tatsächlich an Fantasy erinnernden Elementes der übernatürlichen Macht, über die der Protagonist verfügt. „Fantastisch“ ist das Buch auch in seinem anderen Wortsinn, durch seinen überragenden Stil, das Spiel mit Worten und Begriffen, durch seine literarische Qualität, die trotzdem lesbar und eben auch unterhaltsam ist. Das alles zu verbinden ist eine Kunst – gute Literatur ist nicht immer leicht lesbar, folgt nicht immer einem roten Faden, hat nicht immer auch eine gute Geschichte zu erzählen. Bei Ta-Nehisi Coates ist all das anders, und er schafft es dabei auch, nur wenige Längen zu produzieren, in denen die Geschichte sich ein klein wenig unnötig hinzieht. Für einen Debütroman ist „Der Wassertänzer“ von ganz ausgezeichneter Qualität – und das bei einem sehr schwierigen Thema.

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Der Wassertänzer von Ta-Nehisi CoatesDer Wassertänzer

  • Autor: Ta-Nehisi Coates
  • Verlag: Karl Blessing
  • 544 Seiten
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