Worum geht es in „Milchkaffee“ von Susanna Ernst?

Der 9-jährige Erik muss mit seiner Familie die Wirren des Zweiten Weltkriegs miterleben. Im Frühjahr 1945 kommt er mit seiner Mutter und seinen Geschwistern nach Erfurt, da ihr Haus komplett zerstört wurde. Dort erlebt er das Kriegsende mit. Seine Mutter hat ihm strengstens verboten, das Haus zu verlassen, doch Eriks Neugier ist ungebremst. Die hungernde Bevölkerung ist darauf angewiesen, Hilfsgüter zu bekommen, und auch Erik will bei der Verteilung dabei sein. Durch einen dummen Streich wird Erik schwer verletzt. Nur dem schnellen Eingreifen des afroamerikanischen Soldaten Sam ist es zu verdanken, dass Erik überhaupt überlebt. Der Junge kommt in ein Krankenhaus und wird fortan täglich von dem Soldaten besucht, der scheinbar einen Narren ihm gefressen hat. Allerdings steht es nicht gut um seinen Gesundheitszustand. Auch sein Lebenswille lässt nach. In dieser Situation trifft Sam die quirlige Sophie, eine kleine Ballerina, die ihn verzaubert. Um Erik aus seiner Lethagie zu reißen bittet Sam das Mädchen, im Krankenhaus für Erik zu tanzen. Sophie willigt ein und das Wunder passiert. Nach und nach findet Erik ins Leben zurück. Und nicht nur das, auch zwischen ihm und Sophie beginnt eine Geschichte, die ihrer beider Leben auf immer verändern soll.

Milchkaffee von Susanna ErnstSusanna Ernst hat sich in den letzten Jahren mit ihren gefühlvollen Romanen eine treue Fangemeinde erschrieben. Ihr neuester Roman „Milchkaffee“ besitzt dabei einen besonderen Stellenwert, ist es doch ihr bislang persönlichster Roman. Und in der Tat liefert die Geschichte alles, was man von einem Roman in diesem Genre erwarten kann. Äußerst gekonnt spielt die Autorin mit großen Gefühlen und schafft es dabei, die Zeit nach dem Krieg authentisch zu schildern. Die große Kunst der Autorin ist es, ihre liebevollen und durchweg sympathischen Figuren so zum Leben zu erwecken, dass sie dem Leser sofort ans Herz wachsen. Das ist auch bei „Milchkaffee“ der Fall. Schon der interessante Prolog, der in der heutigen Zeit spielt, fesselt und weckt die Neugier auf eine Geschichte, die Susanna Ernst auf den dann folgenden Seiten ausnahmslos gut erzählt. Die Mischung aus historischem Hintergrund und fiktionaler Story ist so gut, dass man es kaum schafft, den Roman, einmal begonnen, aus der Hand zu legen. Hinzu kommt eine gefühlvolle, fast schon poetische Sprache, die diesen Roman zu einem Highlight macht.

Ein weiteres Plus sind die liebevoll ausgearbeiteten Charaktere. Erik, der nach und nach ins Leben zurückfindet, Sam, den Erik anfangs für einen Kannibalen hält und vor allem Sophie, die mit ihrem Lebenswillen und ihrer quirligen Art nicht nur ihre Mitmenschen gefangen nimmt. Sie alle hat Susanna Ernst hervorragend ausgearbeitet, so dass sie den Leser im Sturm erobern. Insbesondere zum Ende hin, drückt so ein Roman auf die Tränendrüse. Doch auch hier zeigt sich die große Klasse von „Milchkaffee“, denn Susanna Ernst hält ein durchaus überraschendes Ende für den Leser parat.

Mein Fazit zu Milchkaffee von Susanna Ernst:

Es gibt Romane, die man liest und gleich wieder vergisst und es gibt Romane, die eine nachhallende Wirkung haben. „Milchkaffee“ von Susanna Ernst gehört eindeutig in die zweite Kategorie. Selbst wer sich nicht für Nachkriegsgeschichten interessiert, wird von diesem gefühlvollen, spannenden und literarisch auch anspruchsvollen Roman begeistert sein. Eine großartige Geschichte über die Wege des Schicksals, die von der ersten bis zur letzten Seite begeistern kann.

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Produktinfos:

Verlag: Feelings

Seiten: 350

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