Anmerkung: Der Politthriller „Giftflut“ ist der dritte Band der Eugen de Bodt-Serie von Christian v. Ditfurth. Wir empfehlen, die Reihe in der chronologischen Reihenfolge zu lesen.

Inhaltsangabe von „Giftflut“ von Christian v. Ditfurth:

Wer greift Berlin, Paris, London an? Zahlreiche Anschläge erschüttern europäische Städte. Doch ob hier Islamisten oder ganz andere Kräfte am Werk sind, ist unklar. Niemand übernimmt Verantwortung, das Motiv ist völlig unklar. Eugen de Bodt, Hauptkommissar in Berlin, kommt mit seinen Ermittlungen nicht weiter. In der Zwischenzeit zerfällt Europa: Die Wirtschaft bricht zusammen, die Aktienkurse stürzen ins Bodenlose, Angst treibt die Menschen zu Übergriffen auf Flüchtlinge. De Bodt hat schließlich eine Theorie, worum es bei den terroristischen Anschlägen geht. Doch er muss sich beeilen …

Kritik zu Christian v. Ditfurths „Giftflut“:

Giftflut von Christian v. Ditfurth Christian v. Ditfurth erzählt seinen Roman mit atemberaubender Geschwindigkeit. Wer zwischendurch doch mal Luft holt, wird den Plot für reichlich übertrieben, auch für durchaus wenig glaubwürdig halten. Man mag das bei einem Politthriller als gewöhnungsbedürftig empfinden, doch wenn man sich darauf einlässt, dass vieles in „Giftflut“ (glücklicherweise) der Vorstellungskraft des Autors entspringt, kann man die Spannung des Romans genießen.

Denn packend erzählen kann Christian v. Ditfurth, wenngleich er es in einem Stil tut, der besonders anfangs nicht leicht zu lesen ist. Viele der abgehackten, kurzen Sätze wirken nur so dahingerotzt. Hat man sich aber einmal daran gewöhnt, versteht man die Sprache als Stilmittel, um die Handlung voranzutreiben und die Spannung zu erhöhen.

Stark ist der Autor auch in den Charakterzeichnungen. Hier zeigt sich allerdings auch, dass es Sinn macht, die Vorgängerbände rund um Kommissar de Bodt gelesen zu haben. „Giftflut“ ist sein dritter Fall, der thematisch zwar in sich abgeschlossen ist, in dem sich der Kommissar und sein Team sowie ihre Beziehungen untereinander aber weiterentwickelt haben. Auch andere alte Bekannte trifft man wieder. Prinzipiell lässt sich der Roman also durchaus für sich lesen, macht aber mehr Spaß, wenn man die Figuren von Anfang an verfolgt hat.

„Giftflut“ könnte noch unterhaltsamer sein, wenn Christian v. Ditfurth die flotte Handlung noch etwas mehr gestrafft hätte. Auf einen kompletten Handlungsstrang der Geschichte kann man im Grunde verzichten; vielleicht wollte der Autor die Täter hier greifbarer machen oder noch deutlicher die Auswirkungen zeigen, die ihre Taten haben können. Für den Leser bläht die im Grunde unnötige Nebengeschichte das Buch aber unnötig auf. Etwas weniger wäre mehr gewesen.

Mein Fazit zu dem Roman „Giftflut“:

Unterm Strich hat mir der Roman gut gefallen und „Giftflut“ ist zweifellos ein Bonbon in der deutschen Thrillerlandschaft; aber eines, das nicht unbedingt jedem schmecken wird. Als Politthriller funktioniert der Roman über weite Strecken sehr gut, sofern man dem Autor die künstlerische Freiheit in seinem Handlungsgerüst nachsieht. Er versteht es, Spannung zu erzeugen und aufrecht zu halten. Der gelegentlich satirisch-überspitzte, in der Wortwahl knappe Schreibstil erfordert etwas Eingewöhnung, passt aber im Grunde sehr gut zu einer Handlung, bei der im Stakkato Dinge passieren. „Giftflut“ bietet viel Action mit einem bereits zum dritten Mal ermittelnden Kommissar, der gerne seine eigenen Wege geht.

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Produktinfos:

Verlag: carl’s books

Seiten: 480

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