Am 22. April 2017 erschien mit „Der Flammenträger“ der 10. Band der Uhtred-Saga von Bernard Cornwell. Hier ist nun unsere Rezension zu dem historischen Roman.

Inhaltsangabe von Bernard Cornwells „Der Flammenträger“:

Noch immer ist es Uhtred nicht gelungen, Bebbanburg zurückzugewinnen. Doch nach jahrzehntelangen Kämpfen ist er diesem Ziel näher als je – und es wird Zeit, denn Northumbrien, dass von Uthreds Schwiegersohn regiert wird, steht kurz vor dem Fall, und Uhtred ist alt geworden. Dies ist vielleicht die letzte Gelegenheit, sein Geburtsrecht endlich wieder tatsächlich sein Eigen nennen zu können.

Dass der fast überall herrschende Friede brüchig ist, wird schnell klar: Uhtreds Gegner beschließen, ihm Bebbanburg keineswegs zu überlassen. Uhtred steht nicht nur den Schotten, Norwegern, Dänen und auch seinem eigenen Cousin gegenüber, die Feinde arbeiten noch dazu mit geschickten Intrigen gegen ihn. Aber Uhtred ist nicht nur in die Jahre gekommen, er ist auch äußerst erfahren – und er hatte viel, viel Zeit, um sich auf diesen Moment vorzubereiten. Und die hat er genutzt …

Kritik zu „Der Flammenträger“ von Bernard Cornwell:

Der Flammenträger von Bernard CornwellNach all diesen Bänden hat die Geschichte um Uhtred immer noch nicht ihre Faszination verloren. Es mag ungewöhnlich und vielleicht auch historisch hingebogen wirken, dass der Recke nun schon ein alter Mann ist, der es aber immer noch schafft, mit seinen Schwertern Schlangenhauch und Wespenstachel Knochen zu zersplittern. Das Stilmittel der äußerst brutalen Kampfszenen nutzt Bernard Cornwell auch weiterhin bereitwillig, sei es also drum, ob es Uhtred nicht langsam schwerer fallen müsste, den Arm zum Zerhacken seiner Feinde zu erheben.

Denn trotz aller akribisch recherchierten und sehr oft zutreffenden geschichtlichen Details war es ja selten die reine Liebe zum historischen Roman, die Fans der Reihe begeisterte. Cornwell war und ist ein Meister darin, uns mit in die Schlacht zu nehmen, uns am Kampfgetümmel teilhaben zu lassen. „Der Flammenträger“ steht dem in Nichts nach. Wenn Bernard Cornwell also selbst zugibt, es in diesem Band nicht ganz so genau mit der mittelalterlichen Wahrheit genommen zu haben, ist das für die meisten Leser doch nur eine Randnotiz. Hauptsache, Uhtred ist wieder da – es lässt sich leicht verzeihen, dass der alte Kämpe plötzlich ein planerisches Genie ist.

Uhtred ist aber auch, und dessen ist er sich durchaus bewusst, ein Relikt einer Zeit, die dem Untergang geweiht ist. Weder er noch sein Glauben werden Bestand haben. Die Welt wird sich unweigerlich verändern und ihm selbst ist möglicherweise keine große Zukunft mehr beschieden.

Fazit von „Der Flammenträger“:

Auch in Band 10 versteht es Bernard Cornwell, eine spannende Mischung aus Historiendrama und packender Kriegsgeschichte zu schaffen und daraus einen unterhaltsamen, farbenfrohen Roman zu kreieren. Die nachdenklichen Untertöne in diesem Buch runden das charakterliche Bild von Uhtred ab, dem wir immerhin bereits seit seiner Kindheit folgen.

Dass viel Zeit vergangen ist, macht uns Bernard Cornwell auch in zahlreichen Rückblenden klar. Man könnte Angst bekommen, dass dies der letzte Band der beliebten Serie ist – doch Cornwell hat längst seine Pläne für eine Fortsetzung bekannt gegeben. Uhtred ist noch lange nicht tot, und auch seine Geschichte ist es nicht.

Es mag nicht alles so historisch korrekt sein in „Der Flammenträger“, und vielleicht auch in anderer Hinsicht nicht immer so glaubwürdig. Doch bietet das Buch fabelhafte Unterhaltung für langjährige Leser der Reihe, die sowohl Cornwells derben und äußerst anschaulichen Stil lieben als auch seinen Protagonisten.

Hier geht es zur Übersicht der Uhtred-Saga von Bernard Cornwell.

Der Flammenträger von Bernard Cornwell bestellen:

Produktinfos:

Verlag: Rowohlt

Seiten: 480

Bei Amazon erhältlich als: Buch | eBook | Audio CD

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