Das Geheimnis der mechanischen Leiche ist der erste Teil der Comicserie Lady Mechanika von Joe Benitez. Die großformatige Ausgabe mit festen, qualitativ hochwertigem Einband genügt, wie man es vom Splitter-Verlag kennt, wieder höchsten Ansprüchen.

Um was geht es in „Lady Mechanika: Das Geheimnis der mechanischen Leiche“?

Lady Mechanika: Das Geheimnis der mechanischen LeicheSie ist zum Teil menschlich, zum Teil mechanisch: Lady Mechanika ist eine geheimnisumwobene Frau, die selbst nicht weiß, wer sie zu diesem halbmechanischen Wesen gemacht hat. Ihre künstlichen Glieder machen sie extrem stark. Sie verhelfen ihr zu einer gewissen Macht und zu vielen Freiheiten, die sie nutzt, um sich als eine Art Privatdetektivin und Kämpferin für das Gute einzusetzen.

Als eine zweite halbmechanische Frau auftaucht, bietet sich der Lady eine Möglichkeit, neuen Spuren zu folgen, um endlich mehr über ihre Vergangenheit herauszufinden. Allerdings hat Lady Mechanika auch Feinde, allen voran Lord Blackpool, der die Lady gerne (im wahrsten Sinne des Wortes) auseinandernehmen und erforschen möchte. Und Commander Katherine de Winter, einst eine Freundin und nun erbitterte Gegnerin. Während Lady Mechanika trotz ihrer Fähigkeiten mit ihrer hybriden Gestalt eher hadert, muss sie erkennen, dass viele diese Gaben gern deutlich offensiver nutzen würden. Offenbar hat ein abstruser Fortschrittsglaube ihr mechanisches Leben erschaffen – und bedroht es nun gleichsam …

Die Geschichte stammt aus der Feder von Joe Benitez, und das in doppelter Hinsicht, denn er ist Autor und Zeichner der Graphic Novel zugleich. So verschafft sich Joe Benitez die künstlerische Freiheit, seine Story komplett nach seinen eigenen Vorstellungen umzusetzen – und das gelingt fast durchweg sehr gut. Benitez erschafft mit „Das Geheimnis der mechanischen Leiche“ eine opulente Steampunk-Welt, die ein spätviktorianisches England mit einer futuristischen Umgebung voller Luftschiffe und anderer maschineller Erfindungen vereint.

Lady Mechanika von Joe Benitez

Besonders deutlich wird dies auf der „Mechani-Con“, im Comic eine Art Weltausstellung der neuesten technischen Errungenschaften. Obwohl wir nur sehr wenig von dieser Ausstellung sehen, zeigen die Panels in überbordendem Detailreichtum fantastische Ausblicke für Steampunk-Fans – und gleichzeitig die Möglichkeiten, die diese Comic-Reihe noch bieten kann. „Das Geheimnis der mechanischen Leiche“ wirkt als der erste Band dieser Serie noch fast zahm, während sich Joe Benitez bemüht, die Charaktere einzuführen. Leider ist der Auftakt auch stellenweise verwirrend. Benitez arbeitet mit sehr viel Text und teilweise unkonventionellen Panels, dabei springt er zwischen einzelnen Handlungssträngen hin und her. Es ist streckenweise mühsam, diesen ersten Seiten und der in ihnen erzählten Geschichte zu folgen, zumal wenn man gleichzeitig die detaillieren Zeichnungen in sich aufnehmen möchte. Dass die Story auch noch eine Wendung zur Fantastik nehmen könnte, deutet sich in Gesprächen über Werwölfe an. Es bleibt abzuwarten, ob die Handlung mit der Einführung neuerlicher Wesen nicht zu üppig wird.

Comic: Lady Mechanika 1

Denn anzuschauen gibt es bereits in diesem ersten Band von Lady Mechanika genug. Ganze elf Seiten widmet Benitez Cover-Zeichnungen seiner Protagonistin, als wolle er hier Cosplayern gleich einmal Vorlagen liefern. Auch in der Graphic Novel selbst streut er immer wieder größere Bilder von ihr und anderen Charakteren ein, um Akzente in der Kleidung oder den Waffen hervorzuheben. Die Coloration ist überwiegend dunkel, düster und mystisch gehalten, mit einigen wenigen interessanten farbigen Hervorhebungen. Auch hier gibt es viel in den liebevollen Details zu entdecken – ganz offensichtlich ist „Das Geheimnis der mechanischen Leiche“ kein Comic, der sich mit einmaligem Anschauen vollends erschließt.

Graphic_Novel: Lady Mechanika 1

Mein Fazit zu „Das Geheimnis der mechanischen Leiche“:

Die fantastische Steampunk-Welt von Lady Mechanika ist unbedingt eine Entdeckungsreise wert, und das nicht nur für Fans des Genres. Sowohl die Geschichte als auch die Zeichnungen sind einfach zu aufwendig, als sie oberflächlich einem Genre zuordnen zu wollen. Der erste Band, „Das Geheimnis der mechanischen Leiche“, enthüllt gerade so wenig Geheimnisse, dass die Neugier des Lesers geweckt ist. Man spürt, dass hinter dieser vordergründigen Detektiv-Story im viktorianischen Gewand deutlich mehr steckt. Wünschenswert wäre allerdings eine etwas aufgeräumtere Struktur der Graphic Novel, die durch ihren enorm hohen Detailgrad der Story etwas an Tiefe nimmt. Dennoch ist diese Graphic Novel eine echte Empfehlung für Fans von aufwendig gezeichneten Comics mit unterhaltsamen Inhalt. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den zweiten Band.

Cover und Abbildungen © Splitter-Verlag.

Rezension zu Band 2 „An Bord der Helio Arx“.

Zur Übersicht der Serie von Joe Benitez.

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Produktinfos:

Verlag: Splitter

Format: ca. 32 cm x 23 cm

Seiten: 112

Bei Amazon erhältlich als: Buch

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