Um was geht es in „Kinder ihrer Zeit“ von Claire Winter?

In Ostpreußen ist die Zeit während des Zweiten Weltkrieges noch lange Zeit in Ordnung, bis die Rote Armee dort einmarschiert. Daher beschließt Rose, mit ihren Zwillingen Emma und Alice zu fliehen. Als Rose und Emma nach etwas essbarem suchen, bleibt Alice, da sie erkrankt ist, im Versteck zurück. Als die beiden zurückkommen, finden sie ein Bild der Verwüstung vor. Das Dorf ist niedergebrannt und alle Bewohner nicht mehr am Leben. Verzweifelt schlagen sich Rose und Emma nach West-Berlin durch. Während Rose an ihrem Kummer zerbricht, ist Emma davon überzeugt, dass Alice noch am Leben ist. Die Jahre vergehen. Doch eines Tages begegnen sich die Schwestern wieder, da Alice damals von einem russischen Soldaten gerettet wurde und in einem Waisenhaus in Ost-Berlin aufgewachsen ist. Die Freude über das Wiedersehen wird dadurch getrübt, dass die Geschwister in vollkommen unterschiedlichen Systemen ihre Kindheit verbracht haben. Als Emma den Ost-Berliner Physiker Julius Laakmann kennenlernt, verschärft sich die Situation, als die Zwillinge zum Spielball der Geheimdienste werden.

Kritik zu dem Buch von Claire Winter:

Kinder ihrer Zeit von Claire WinterClaire Winter hat sich in den letzten Jahren zu der deutschen Schriftstellerin gemausert, die es mühelos schafft, die jüngere deutsche Geschichte aufzuarbeiten und in spannende Romane zu verpacken. Auch ihr aktuelles Werk „Kinder ihrer Zeit“ macht da keine Ausnahme. Hervorragend recherchiert, nimmt die Autorin den Leser mit ins Berlin der Nachkriegszeit. Einer Zeit, in der Geheimdienste wie die CIA, der KGB oder der neue BND ihre Ränkespiele durchführten. Dabei schafft es Claire Winter ganz ausgezeichnet historische Figuren wie Walter Ulbricht oder Willi Brand in die Handlung einzubauen und mit ihrer Geschichte zu verweben, die zwar fiktiv sein mag, die sich aber durchaus so abgespielt haben könnte.

Genau das ist die große Stärke der Autorin. Sie gibt den Schwestern den nötigen Raum, sodass der Leser einen guten Einblick in beide Systeme bekommt, die Berlin seinerzeit geteilt haben. Man kann sich mit Emma und Alice identifizieren und es fällt schwer, sich für eine Seite zu entscheiden. Dabei zieht Claire Winter in „Kinder ihrer Zeit“ die Spannungsschraube kontinuierlich an und verlässt sich nicht nur auf den Rahmen ihrer Story. Bei einem solchen Roman ist es wirklich große Kunst, eine ausgewogene Handlung zu finden, die den Leser begeistert. Dieses Kunststück gelingt ihr in diesem Roman einmal mehr fast mühelos. Gerade Alice´ Verzweiflung, sich zwischen der Liebe zu ihrer Schwester und dem Regime der DDR, dem sie viel zu verdanken hat, zu entscheiden, rührt den Leser an. Das alles wird von der Autorin aber nicht plakativ, sondern äußerst einfühlsam dargestellt.

Mein Fazit zu dem Roman „Kinder ihrer Zeit“:

Claire Winter stellt mit ihrem neuen Roman einmal mehr unter Beweis, dass sich anspruchsvolle und gleichzeitig auch gute Unterhaltung nicht ausschließen müssen. Eine hervorragende Geschichte, der in den Wirren der Nachkriegszeit spielt und die ausgesprochen emotional und detailgetreu erzählt, was sich in Berlin zu dieser Zeit ereignet hat. Wer sich für diesen Abschnitt interessiert und einen Blick in diese Epoche werfen möchte, wird hier bestens bedient.

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Kinder ihrer Zeit von Claire WinterKinder ihrer Zeit

  • Autorin: Claire Winter
  • Verlag: Diana
  • 576 Seiten
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