Der Krimi „Eifersucht“ von Andreas Föhr ist der zweite Band der Rachel Eisenberg-Serie.

Um was geht es in Andreas Föhrs „Eifersucht“?

Judith Kellermann wird beschuldigt, ihren Lebensgefährten Eike Sander ermordet zu haben. Sämtliche Indizien sprechen dafür, dass sie für die Explosion in einem Münchener Vorort verantwortlich ist. Kein leichtes Mandat für Anwältin Rachel Eisenberg, die den Fall übernimmt, zumal ihr Judith Kellermann eine ausgesprochen merkwürdige Geschichte als Alibi erzählt. Hinzu kommt, dass Eike Sander tatsächlich eine Affäre hatte, sodass das Motiv Eifersucht mehr als schlüssig ist. Doch während sich Rachel Eisenberg auf das Gerichtsverfahren vorbereitet, versucht sie, zu den Hintergründen von Sanders Tod zu recherchieren. Dabei stößt sie in einer Zeitschrift auf ein Bild, das den angeblich Verstorbenen sehr lebendig auf einer griechischen Insel zeigt. Tatsächlich gelingt es ihr, den Mann ausfindig zu machen. Doch zur Aussage im Prozess kommt es nicht mehr, da er kurz zuvor wirklich ermordet wird.

Kritik zu „Eifersucht“ von Andreas Föhr:

Eifersucht von Andreas FöhrAndreas Föhr hat sich vor allem durch die Alpenkrimis um Kommissar Waller und Polizeiobermeister Kreuthner in der literarischen Krimiwelt einen Namen gemacht. Vor zwei Jahren erschien dann mit „Eisenberg“ der erste Roman um die toughe Münchner Anwältin Rachel Eisenberg, die in „Eifersucht“ jetzt ihren zweiten Auftritt hat. Auch ohne Vorkenntnisse dieses ersten Werks kann man den aktuellen Roman sehr gut lesen. Zumal Andreas Föhr sein Handwerk versteht. Durch zahlreiche Drehbücher für bekannte deutsche Krimiserien, weiß er, worauf er den Fokus seiner Erzählung zu legen hat. So packt er den Leser von der ersten Seite an und bedient sich dabei ganz unterschiedlicher Zeitebenen. Ein Teil der Handlung geht immer wieder in die Vergangenheit, genauer gesagt in die Jahre 1999 und 2012, die für den Plot von elementarer Bedeutung sind. Gerade die Rückblenden zu Judith Kellermanns Background sind wichtig, auch wenn erfahrene Krimileser an dieser Stelle bereits ahnen, in welche Richtung sich die Story entwickeln wird.

Die zahlreichen Perspektivwechsel stören den Handlungsfluss nicht. Im Gegenteil. Die Geschichte bekommt dadurch Tempo und kann insbesondere in den Phasen überzeugen, in denen nicht wirklich etwas Spannendes passiert. Da es der zweite Teil einer Serie ist, erlaubt sich Andreas Föhr in „Eifersucht“ ein paar Bezüge auf den ersten Band seiner Reihe. So gibt es für den Leser, der diesen Roman kennt, ein Wiederlesen mit Rachels älterer Schwester und ihrer Tochter. Auch ein ganz besonderer Mann, der Rachel in Band 1 das Leben schwer gemacht hat, kommt hier kurz zum Einsatz.

Das alles ist ausgesprochen gut und harmonisch komponiert. Negative Kritikpunkte? Dem einen oder anderen Leser wird sicherlich der Begriff „Räuberpistole“ in den Sinn kommen, wenn er den Roman beendet hat. Die Story ist in Summe etwas an den Haaren herbeigezogen, doch in sich schlüssig. Und ganz ehrlich: Erwartet man von einem guten Krimi nicht, dass er in erster Linie unterhält?

Andreas Föhr legt mit „Eifersucht“ einen lesenswerten zweiten Thriller um seine Anwältin Rachel Eisenberg vor. Dank des packenden Finales sind ein paar abgekaute Fingernägel garantiert, sodass man sehr gespannt sein darf, welches Mandat Frau Eisenberg im dritten Roman übernehmen wird.

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Produktinfos:

Verlag: Knaur

Seiten: 432

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