Um was geht es in „Eines Menschen Flügel“ von Andreas Eschbach?

Es sind rund eintausend Jahre vergangen, seit die Ahnen auf einem neuen Planeten angekommen sind und die dortige Welt besiedelt haben. Allerdings hat sich der technische Fortschritt zurückentwickelt. Als Jäger und Sammler lebt man paradiesisch und handelt auf überschaubaren Märkten. Ein junger Mann will aber mehr: Owen will die Sterne sehen, will wissen, wo seine Ahnen hergekommen sind. Obwohl er der beste Flieger ist, sind ihm Grenzen gesetzt, doch es gelingt ihm, den Himmel zu erreichen. Mit weitreichenden Folgen, denn er wird als Lügner gebrandmarkt. Sein Sohn Oris will die Ehre seines Vaters wieder herstellen und begibt sich dafür auf eine ereignisreiche Reise, die zahlreiche Überraschungen für ihn bereithält und die für ihn die größte Herausforderung seines Lebens wird.

Kritik zu dem Buch „Eines Menschen Flügel“:

Eines Menschen Flügel von Andreas EschbachAndreas Eschbach ist mit seinen Werken eine absolute Ausnahmestellung bei den deutschen Unterhaltungsschriftstellern. Nach seiner hervorragenden Fiktion „NSA“, bei der er mit dem Gedanken gespielt hat, welche Folgen es gehabt hätte, wenn die Nationalsozialisten über soziale Netzwerke und Computer verfügt hätten, legt er mit „Eines Menschen Flügel“ ein Epos vor, dass in eine ganz andere Richtung geht. Beinahe 1300 Seiten stehen dem Leser bevor, der hier im Prinzip nicht ein Buch bekommt, sondern eine Romantrilogie, die in eine Gesamtausgabe gepackt wurde. In Teil 1 „Himmelsflieger“ lernt man Owen kennen, in „Der Preis der Wahrheit“ liegt der Fokus eher bei Oris und Teil 3 „Violettes Feuer“ führt die überaus komplexe Story zusammen.

Dass Andreas Eschbach ein bemerkenswerter Autor ist, hat er bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Und so ist auch dieser Roman allein vom Aufbau außergewöhnlich. Zumal er sich einer Schreibtechnik bedient, die für den einen oder anderen Leser zu Beginn recht ungewöhnlich sein wird. Immer wieder wird die Perspektive auf eine neue Figur gelegt. Dabei bleibt der Fokus natürlich bei Owen und Oris, doch man bekommt viele zusätzliche Informationen. Dadurch ist die Geschichte alles andere als linear erzählt und es fällt zunächst schwer, einen roten Faden auszumachen. Da der Plot insgesamt mitreißend ist, fällt es allerdings leicht, der Story von „Eines Menschen Flügel“ zu folgen.

Im Verlauf der Geschichte lernt man so zahlreiche Charaktere kennen und es entwickelt sich eine Mischung aus Science-Fiction und romantischer Fantasy. Ohne erwachsene Leser zu verprellen, erinnert der Roman vom Aufbau und vom Stil her an Andreas Eschbachs Aquamarintrilogie, die für ein jüngeres Publikum gedacht war. Beeindruckend ist auch die Welt, die der Autor hier erschaffen hat und die in ihrer melancholischen Gesamtheit ein ruhendes Gegenstück zu der Welt ist, in der wir leben. Noch dazu, wo der Roman sicher verfasst wurde, bevor der Corona-Wahnsinn seinen globalen Lauf genommen hat.

Trotz der wahrhaft monumentalen Länge ist der Roman nicht langweilig. Im Gegenteil. Jedes Zahnrad greift ins nächste, und man fiebert gespannt mit, wie diese Geschichte enden wird. Ohne zu spoilern, kann man sagen, dass es sich lohnt, bis zum Ende durchzuhalten. Legt man das Buch schließlich zur Seite, ist man bewegt, berührt und hat viel Stoff zum Reden und Diskutieren. Auf jeden Fall hallt es lange nach.

Formulierungen wie „Buch des Jahres“ werden oft und schnell zur Hand genommen. Mit „Eines Menschen Flügel“ hat Andreas Eschbach ein Buch geschaffen, das man durchaus so nennen kann. War es im letzten Jahr die Empfehlung „NSA“ zu lesen, wenn man nur ein Buch lesen kann, dann gilt das in diesem Jahr auch für Eschbachs neuesten Roman.

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Eines Menschen Flügel von Andreas EschbachEines Menschen Flügel

  • Autor: Andreas Eschbach
  • Verlag: Lübbe
  • Seiten: 1264
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