Über den Autor Michael Böhm:

Michael Böhm wurde 1947 in Oberursel (Taunus) geboren und wuchs dort auch auf. In den 1970er Jahren zog es den gelernten Schriftsetzer nach Dachau, wo er noch heute gemeinsam mit seiner Frau lebt. Nach seinem Arbeitsleben, in dem er unter anderem die EDV-Abteilung eines Großunternehmens leitete, erfüllte er sich den Traum vom Schriftstellerdasein.

Schon als Jugendlicher hatte Michael Böhm geschrieben, später auch einige Erzählungen und erste Kriminalromane veröffentlicht. Doch erst im Ruhestand versuchte er sich erneut an der Schriftstellerei, und diesmal mit deutlich mehr Erfolg: Für den zweiten Teil seiner ausgefallenen Kriminalroman-Reihe um einen ungewöhnlichen Mörder, „Herr Petermann und das Triptychon des Todes“, erhielt Michael Böhm den Friedrich-Glauser-Preis.

Rezension zu „Herrn Petermanns unbedingter Wunsch nach Ruhe“:

Leo Petermann-Reihe von Michael BöhmEs ist schon eine nahezu extravagante Hauptfigur, die der Autor mit dem wohlhabenden Pensionär Leo Petermann erschaffen hat. Trotz seiner Taten, trotz seines teilweise enervierenden Auftretens ist es schwer, Leo Petermann nicht wenigstens ein bisschen zu mögen. Er hat schon seinen eigenen Charme – und ja, im Grunde will er doch nur seine Ruhe, wer könnte das nicht verstehen?

So merkwürdig wie den Protagonist Herrn Petermann, wird der durchschnittliche Krimi-Leser wohl auch den Schreibstil des Autors empfinden. Man merkt schon, dass Michael Böhm hier keinen ganz gewöhnlichen Roman schreiben wollte – die einfache Kost liegt ihm nicht, und so ist Herr Petermann ein vornehmer, eloquenter Herr, der uns in langen, verschachtelten Sätzen im Grunde nur eins nahebringen möchte: Dass der Grund für alles, was er macht, nur sein Wunsch ist, dass in seinem Leben endlich wieder Stille herrscht.

Auf eine langsame Erzählweise muss sich der Leser einstellen, und er muss sich einlassen auf den interessanten, aber gerade zu Beginn auch anstrengenden Stil des Autors. Michael Böhm arbeitet dabei vollkommen ohne wörtliche Rede, ein literarisch ungewohnter Kniff, der den Einstieg noch einmal erschwert. Erzählt wird in der Ich-Perspektive, die Böhm nur verlässt, wenn die eigentlichen Taten geschildert werden.

Dass dabei kein hektischer, aufregender Thriller herauskommt, ist klar. Langweilig ist der Roman aber trotz einiger Längen nicht. Wie es Michael Böhm schafft, mit seiner eigenwilligen und anspruchsvollen Schreibweise trotzdem einen unterhaltsamen Kriminalroman zu generieren, ist ein literarischer Genuss.

Die Leo Petermann-Reihe von Michael Böhm in der richtigen Reihenfolge:

  1. Herrn Petermanns unbedingter Wunsch nach Ruhe (2013) » bestellen
  2. Herr Petermann und das Triptychon des Todes (2015) » bestellen
  3. Quo vadis, Herr Petermann? (2016) » bestellen

Weitere Bücher von Michael Böhm:

  • Hirtmoor-Chronik: Gregor oder die Hand des Professors. Georg oder die weisse Taube (1988) » bestellen
  • Homer und die Tote vom Schloßberg (2002) » bestellen
  • Homer und ein Freund aus alten Tagen (2002) » bestellen

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