Inhalt von „Echo der Hoffnung“:

Echo der Hoffnung von Diana GabaldonWir schreiben das Jahr 1777, die Revolution in den amerikanischen Kolonien nimmt unweigerlich ihren Lauf. Um nicht in den Strudel der Gewalt mit hineingezogen zu werden, wollen Jamie und Claire Fraser nach Schottland gehen und seine Druckerpresse aus vorherigen Projekten nach Amerika bringen, um so für die gerechte Sache zu kämpfen. Für die Freiheit mit der Feder statt mit dem Schwert. Doch wie so oft kommt alles anders als erwartet und plötzlich finden sie sich – zusammen mit ihrem Neffen Ian – mitten in den Kriegshandlungen jener Zeit wieder. Ebensolches gilt für Jamies unehelichen Sohn William, welcher in den Kolonien unter diversen britischen Generalen kämpft und mit den Soldaten verhindern soll, dass das „aufrührerische Kind“ – die Kolonien – zu seinem vermeintlichen Recht kommt. Brianna und Roger hingegen sind längst wohlbehalten mit den Kindern im 20. Jahrhundert angekommen und haben sich in Schottland eingelebt. Durch Briefe – welche aus der Vergangenheit zu ihnen gelangt sind – sind sie noch immer mit Briannas Eltern verbunden. So entkommen sie der Vergangenheit nicht – was sie eigentlich auch nicht wollen – und müssen bald merken, dass sie auch den Steinkreisen nicht entkommen können.

Kritik zu „Echo der Hoffnung“:

Der siebte Band der Highland-Saga von Diana Gabaldon „Echo der Hoffnung“ knüpft wie immer an seinen Vorgänger an und weiß alleine schon durch seine Quantität den Leser vom kommenden Lesespaß zu überzeugen. In gewohnter Art und Weise bietet die Autorin auch mit diesem Werk wieder über 1000 Seiten historische Abenteuer, die den Leser weitestgehend zu fesseln wissen. Der Stil der Autorin ist auch hier in gewohnter Manier zu finden, wenn sich auch einige Abwandlungen finden. Der erwartete Lesespaß wird jedoch leider oftmals getrübt, denn inhaltlich weist der Roman einige Schwächen auf, die das Buch nicht mehr mit den Vorgängern – besonders den ersten drei Bänden – mithalten lässt. So versucht Diana Gabaldon zum Beispiel einen Brückenschlag zu den Lord John-Romanen zu schlagen, was dazu führt, das dieser und sein Sohn William – der der leibliche Sohn von Jamie Fraser ist – ähnlich oft, manchmal gefühlt öfter, in dem Werk vorkommen, wie die eigentlichen Hauptprotagonisten der Highland-Saga. Dadurch wird der ursprüngliche Charakter und Charme der Serie etwas verfremdet und eine gewisse Enttäuschung und anfängliche Verwirrung bleibt zurück, auch wenn die einzelnen Handlungsstränge sich im Laufe des Buches treffen, überlappen und wieder trennen, um sich ein weiteres Mal zu treffen.

Ebenfalls eher störend und manchmal äußerst verwirrend sind die vielen Zeitsprünge, die auch innerhalb eines Jahrhunderts nicht chronologisch sind. Damit werden die drei Handlungsstränge Jamie und Claire, William und Lord John und Brianna und Roger aufgeteilt. Oftmals merkt man erst nach einigen Zeilen, bei welchem Charakter man sich nun befindet und hat auch hin und wieder Schwierigkeiten damit, den Bezug zu dem zuvor geschriebenen zu erhalten. Dennoch löst sich auch hier im Laufe des Buches immer mehr das zeitliche Wirrwarr auf und die Stränge finden langsam zueinander, was den Lesefluss ab etwa der Mitte des Bandes wieder einfacher gestaltet. Ebenso tauchen immer wieder neue Charaktere auf, die sich im Verlauf verwandtschaftlich alten Bekannten zugehörig fühlen. Auch wenn man sich oft genug nicht mehr an sie erinnert – da es schon eine Weile her ist, dass die ersten Bände erschienen. Doch zugleich werden Leute als beinahe selbstverständlich integriert, die man nur kennen kann, wenn man die Lord John-Romane kennt – was das Lesen manchmal erneut verkompliziert. Ein weiteres Element, welches zwiespältige Gefühle auslöst, sind die vielen Briefe, die in dem Roman vorkommen. Wunderschön gelöst sind sie in dem Zusammenhang, dass Brianna und Roger so eine Verbindung zur Vergangenheit erhalten bleibt und sie erfahren können, dass ihre Eltern nicht nur den Brand überlebt haben, sondern auch wie deren zukünftiges Schicksal vonstatten ging.

Wie jedoch aus den vorherigen Bänden bekannt, sind die Hauptcharaktere auch in diesem wieder hervorragend dargestellt und bieten einen tiefen Einblick in ihre Einsichten und Ansichten. Vor Allem in die von Claire, welche auch hier unverändert in der Ich-Perspektive zu erzählen weiß. Auch Ian erhält einmal mehr eine Vertiefung seines Wesens, während es bei Jamie im Vergleich zu vorher eher etwas rückläufig ist. Das es Claire und ihrem Mann in all der Zeit einmal mehr gelingt von einem Abenteuer ins Nächste zu geraten, ist dabei nicht weiter verwunderlich, war dies bisher doch immer wieder der Fall. Bedingt durch das Kriegsgeschehen bleibt in diesem Band jedoch das häusliche Leben im 18. Jahrhundert, wie es in den letzten Bänden wunderbar dargestellt wurde, auf der Strecke. Dennoch fehlt – trotz der Charaktertiefe – die intensivere Auseinandersetzung der Heimkehrer ins 20. Jahrhundert, welche sich nun erneut mit den Veränderungen vertraut machen müssen. Diese werden vielfach nur rudimentär aufgegriffen. Die einzige Ausnahme dabei ist der Zwiespalt von Roger bezüglich seiner Berufung und dem, was er mit seinem zukünftigen Leben anfangen soll.

Fazit zum Roman „Echo der Hoffnung“ von Diana Gabaldon:

Freunde historischer Romane, der amerikanischen Revolution und ganz besonders Fans der Highland-Saga werden dennoch voll auf ihre Kosten kommen und den Roman mehr oder minder verschlingen. Stilistisch ist er noch immer ein Gabaldon, und auch wenn die deutsche Version ein paar wenige Schwächen in der Grammatik aufweist, hervorragend schnell und leicht zu lesen. Allerdings hofft man – sollte es in Zukunft tatsächlich noch einen weiteren Band der Saga geben – dass dieser inhaltlich wieder mehr an den Stil der ersten drei Bände anschließt und somit an Qualität hinzugewinnt. Als Fazit bleibt zu sagen, dass jene, die mit den höchsten Erwartungen an das Buch herangehen, vermutlich enttäuscht werden, aber wenn man diese ein wenig herunterschraubt und einfach nur einen netten Anschluss an bedeutend stärkere Vorgängerromane lesen möchte – manchmal wirkt „Echo der Hoffnung“ wie ein Mittelroman in einer Trilogie – so wird man sicherlich zufrieden sein und kann sich auf einen besseren Nachfolger freuen. – Rezensentin Micky für Bücherserien.de

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