Einen schönen Beitrag von der Autorin T.V. Ahrens, warum jeder schreiben sollte, findest Du hier.

Wer träumt nicht davon, das Hobby zum Beruf zu machen und als Schriftsteller eigene Bücher zu veröffentlichen und damit vielleicht sogar reich und berühmt zu werden? Mutmachende Erfolgsgeschichten gibt es viele. So bezog etwa die Autorin Joanne Rowling während der Arbeit am ersten ihrer „Harry Potter“-Erfolgsbände Sozialhilfe und verdiente später eine Milliarde US-Dollar mit ihren Büchern. Die Trilogie „Fifty Shades of Grey“, seit 2011 in aller Munde, entstand zunächst als e-book, inzwischen wurden weltweit über 70 Millionen Bände verkauft.

Die Voraussetzungen um Schriftsteller zu werden

Formelle Voraussetzungen für den Schriftstellerberuf gibt es nicht, aber natürlich braucht es eine Idee, die sich am Buchmarkt durchsetzen kann. Und das Handwerk, sprich die Schreibtechnik, um den Leser bei der Stange zu halten, je nach Genre einen Spannungsbogen aufzubauen oder Fachwissen auf lesenswerte Weise zu vermitteln. Wenn jemand über Spezialwissen oder besondere Erfahrungen auf einem bestimmten Gebiet verfügt, ist das auf jeden Fall von Vorteil. Für den Anfang sind Schreibkurse eine gute Idee. In diesem Rahmen kann man verschiedene Schreibstile ausprobieren und erhält vor allem ein erstes Feedback zu den eigenen Texten. Immer wieder werden zudem Literaturwettbewerbe ausgeschrieben, an denen man sich auch als Nicht-Profi beteiligen kann.

Oder man geht den klassischen Weg und sendet ein Manuskript an einen Verlag. Dafür muss das Buch noch gar nicht fertig sein, meist genügen ein Probekapitel oder Textausschnitt, eine Zusammenfassung und einige Angaben zur eigenen Person. Das Ganze sollte ansprechend und vor allem fehlerfrei gestaltet sein. Ganz wichtig ist es, im Vorfeld den Bekanntenkreis zum Korrekturlesen einzuspannen, auch wenn man von den Rückmeldungen nicht unbedingt auf den Erfolg des Buches schließen sollte – schließlich fällt das Feedback von guten Freunden gern positiver aus, als es bei unbekannten Testlesern der Fall gewesen wäre. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich auch ein professionelles Lektorat leisten.

Rückschläge einplanen

Trotz aller Anstrengungen sind die Rückmeldungen vom Verlag nur in den seltensten Fällen positiv. Verständlich, wenn man sich vor Augen hält, dass die meisten Verlage jeden Tag von Anfragen überschwemmt werden. Die besten Chancen hat, wer im Vorfeld gut recherchiert, ob der geplante Titel ins Programm des ausgewählten Verlags passt. Eine andere Möglichkeit sind Literaturagenten, die gegen ein Honorar dem Autor helfen, einen passenden Verlag zu finden. Allerdings gibt es hier auch viele schwarze Schafe, ähnlich wie in einem anderen Geschäftsfeld: dem sogenannten Zuschussverlag oder Bezahlverlag. Dabei handelt es sich um Verlage, die von ihren Autoren einen Zuschuss für Druckkosten und Herstellung verlangen, aber selbst weder in die Produktion noch in Marketing oder Vertrieb investieren. Bei solchen Unternehmen landen meist Autoren, deren Werke bei etablierten Verlagen keine Chance bekommen. Aber je nach Zielsetzung kann es natürlich trotzdem sinnvoll sein, bei der ersten Veröffentlichung eine solche Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.

In Eigenregie als Schriftsteller tätig werden

In den letzten Jahren ist der Trend zum Selbstverlegen immer stärker geworden. Dabei steht kein Verlag mehr zwischen Autor und Lesern. Der Autor kümmert sich selbst um alle Aufgaben, für die normalerweise der Verlag verantwortlich ist. Er sorgt selbstständig für Cover und Bebilderung, für Druck und Herstellung, kümmert sich um eine ISB-Nummer und übernimmt auch gleich das Marketing für das fertige Werk. Dafür muss er vom Verkaufswert nichts abgeben. Bequemer wird das Prozedere, wenn man sich an einen Anbieter wie Books on demand wendet, der dem Autor gegen eine Gebühr einen Großteil dieser Arbeiten abnimmt. Wer fürs Erste mit einer Publikation als e-book zufrieden ist, kann bei Amazon Kindle Direct Publishing sein Werk einfach hochladen.

Aber selbst wenn es klappt: Vom Schreiben kann kaum jemand leben. Die meisten Schriftsteller publizieren also zumindest am Anfang ihre Werke nebenberuflich. Und der Trend zum Selbstverlegen wird wohl weiter anhalten. Auf der Frankfurter Buchmesse gibt es jedenfalls seit 2013 einen eigenen Stand zum Thema Self-Publishing.

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