„Lagune“ ist ein kritischer Science Fiction-Roman der nigeriansch-amerikanischen Schriftstellerin Nnedi Okorafor.

Inhaltsangabe von Nnedi Okorafors „Lagune“:

Mit 17 Millionen Einwohnern ist die nigerianische Hauptstadt Lagos eine der größten Städte der Welt. Als sich im Internet Gerüchte verbreiten, dass Außerirdische in Lagos gelandet seien, passieren grundlegende Veränderungen: Der Meeresspiegel steigt an, Meeresbewohner verändern sich und die politischen Supermächte der Erde beraten, ob ein nuklearer Präventivschlag Sinn macht, um die Eindringlinge zu vernichten. Drei Personen erleben die Ankunft der Außerirdischen hautnah mit: die Meeresbiologin Adora, der in Afrika berühmte Rapper Anthony und der Soldat Agu. Vor allem Agu wird zu einer wichtigen Figur, da er mit Ayodele, einer Außerirdischen, Kontakt hat. Von ihr erfährt er, dass sie gekommen sind, um die Menschheit in ein neues Zeitalter zu führen.

Kritik zu dem Science-Fiction-Roman „Lagune“:

Lagune von Nnedi OkoraforNnedi Okorafor legt mit ihrem Roman „Lagune“ ein Werk vor, das sicher anders ist, als vieles, was sich auf dem deutschen Buchmarkt tummelt. Da ist zum einen der Schauplatz, zu dem die Autorin eine besondere Beziehung hat. Bildhaft, Wortgewandt und eindringlich zeichnet Nnedi Okorafor das Bild einer Großstadt, die den meisten Europäern vollkommen unbekannt ist. Eine Stadt, in der unzählige Menschen auf engstem Raum wohnen und Mythen ihr alltägliches Leben beherrschen. Auch der Aufbau der Geschichte ist ungewöhnlich. Okorafor, die eine Professur für Creative Writing besitzt, fordert den Leser. Schon der Einstieg in „Lagune“ ist anders, als man es von sonstigen Romanen aus diesem Genre kennt. Ein Schwertfisch führt in die Story ein und erzählt von der Ankunft der Außerirdischen. In der Folge liebt es Nnedi Okorafor, in den Perspektiven hin- und herzuspringen. In jeder neuen Szene treten Figuren auf, die ihr Personal erweitern. Kirchenleute, Kleinganoven, Tiere. Nnedi Okorafor macht es dem Leser nicht leicht, denn einen echten Fixpunkt, an dem er sich festhalten kann, gibt es nicht. Hinzu kommt, dass sich die Autorin eines ungewöhnlichen und gewöhnungsbedürftigen Erzählstils bedient, der oft kühl, distanziert, beinahe berichtend klingt. Sicher sorgt diese Sprache dafür, dass sich „Lagune“ sehr realistisch liest, doch eine Lektüre für zwischendurch ist der Roman dadurch nicht.

Zentraler Kernpunkt ist ein Thema, das uns alle beschäftigt. Der Roman kann ohne Übertreibung als Parabel zur Flüchtlingskrise angesehen werden. Wie gehen wir Menschen damit um, wenn Fremde in unseren Lebensraum eindringen? Ist es möglich, dass wir mit anderen Kulturen friedlich leben können? Dieser Ansatz, in Verbindung mit dem für europäischen Lesern ungewöhnlichen Schauplatz, ist es, der „Lagune“ zu einem wichtigen Buch macht. Der Plot ist im Kern ein fiktionaler Zukunftsroman und gleichzeitig eine Betrachtung des Ist-Zustandes unserer heutigen Gesellschaft. Ganz nebenbei webt Nnedi Okorafor andere Themen wie Umweltverschmutzung oder Missbrauch in die Geschichte ein, die dafür sorgen, dass „Lagune“ eine literarische Tiefe erlangt, die man von Sci-Fi-Romanen in dieser Form eher nicht kennt.

Mein Fazit zu dem Buch „Lagune“ von Nnedi Okorafor:

Wer bei Zukunftsromanen an Weltraumschlachten oder Jedi-Ritter denkt, sollte sich nicht für dieses Buch entscheiden. Nnedi Okorafor präsentiert ein Werk, das an Vielschichtigkeit kaum zu überbieten ist. Sprachlich überaus ansprechend wird hier eine Geschichte erzählt, die Stück für Stück ein interessantes Mosaik ergibt und den schwarzen Kontinent von einer anderen Seite zeigt. Die zum Teil sehr drastische Darstellung der Gewalt ist mit Sicherheit nichts für zartbesaitete Leser. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, erhält mit „Lagune“ einen Roman, den man auf sich wirken lassen muss, der es aber absolut wert ist, gelesen zu werden.

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Produktinfos:

Verlag: Cross Cult

Seiten: 370

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