Um was geht es in „Vier.Zwei.Eins.“ von Erin Kelly?

Die totale Sonnenfinsternis 1999: Dieses Naturspektakel wollen sich Kit und Laura nicht entgehen lassen. Sie reisen zu einem Festival nach Cornwall, haben Spaß und beobachten die Sonnenfinsternis – aber Laura beobachtet noch etwas anderes. Für sie wirkt das, was sie sieht, wie eine Vergewaltigung, der vermeintliche Täter behaupt es würde sich um einvernehmlichen Sex handeln und das Opfer schweigt. Laura ruft die Polizei und ihre Aussage sorgt schließlich dafür, dass der Mann verurteilt wird. Doch ihr kommen Zweifel, als sie das vermeintliche Opfer näher kennenlernt. Laura und Kit geraten in einen Strudel aus Lügen und Psychospielen …

Kritik zu dem Roman von Erin Kelly:

Vier.Zwei.Eins. von Erin Kelly„Vier.Zwei.Eins.: 4 Menschen, 2 Wahrheiten, 1 Lüge“, so der komplette Titel, spielt mit einer interessanten Grundidee: Was, wenn wir dem, was wir sehen, nicht trauen können – und wenn die Wahrheit, die wir glauben, nicht stimmt? Hier muss sich ein Paar mit den Folgen von (möglichen) Lügen auseinandersetzen, deren Wahrheitsgehalt auch dem Leser nur häppchenweise präsentiert wird. Das Setting und der Plot sind spannend: Erin Kelly hat ihren Roman in die verschiedenen Phasen einer Eklipse aufgeteilt. Außerdem erzählt sie ihre Geschichte aus wechselnden Perspektiven und zusätzlich in verschiedenen Zeitebenen. Das erfordert durchaus Aufmerksamkeit, sorgt aber auch für eine gewisse Dynamik.

Trotzdem: Eine Spur mehr Schwung hätte „Vier.Zwei.Eins.“ an einigen Stellen gut getan. Nach einem guten Start flaut die Spannung zwischendurch zeitweise ab und die Geschichte hat ein paar unnötige Längen. Doch wer mit dem eher gemächliche Tempo zurecht kommt, wird belohnt: Im letzten Drittel zieht Erin Kelly noch einmal alle Register, überrascht mit einer unerwarteten Wendung und führt ihre Geschichte in ein fulminantes Finale.

Die Sonnenfinsternis ist eine überdeutliche, unverhohlene Metapher in „Vier.Zwei.Eins“. Sie weist auf die hellen und finsteren Anteile in den Charakteren hin. Immer, wenn sich Erin Kelly auf den Psychothriller-Aspekt ihres Romans konzentriert, ist dieser besonders gut. Über der ganzen Geschichte liegt eine Art düsterer Stimmung, die Charaktere sind vielschichtig, nicht immer sympathisch, aber auf jeden Fall nicht ohne Geheimnisse. Die Autorin schreibt in angenehmem, intelligentem Stil – wären da nicht die etwas langatmigen Phasen, die das Tempo herausnehmen, könnte man also rundum zufrieden sein mit dem Roman.

Mein Fazit zu „Vier.Zwei.Eins.“:

Ein spannender Thriller ist „Vier.Zwei.Eins.: 4 Menschen, 2 Wahrheiten, 1 Lüge“ von Erin Kelly leider nicht durchgängig. Das ist schade, denn die krasse Wendung und das spannende Ende zeigen das hervorragende Talent der Autorin, die ein gutes Gespür für menschliche Abgründe hat. Langweilig ist der Roman trotzdem nicht, dafür sorgt schon die interessante Story, die zu reichlich Gedankenspielen anregt. Da die zahlreichen Hinweise auf Sonnenfinsternisse nicht nur als Metaphern dienen, ist, für an diesen Naturphänomenen interessierte Leser, Unterhaltung garantiert. Doch auch wer einfach nur mal wieder einen intelligenten Roman mit psychologischem Touch und Thrilleranteil lesen möchte, ist mit „Vier.Zwei.Eins.“ bestes bedient.

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Vier.Zwei.Eins.: 4 Menschen, 2 Wahrheiten, 1 Lüge
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Vier.Zwei.Eins.: 4 Menschen, 2 Wahrheiten, 1 Lüge
  • Erin Kelly
  • Herausgeber: FISCHER Scherz
  • Auflage Nr. 3 (22.08.2018)
  • Broschiert: 480 Seiten

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