Unsere Rezension von John Grishams „Anklage“:

Justizthriller haben ein Synonym: John Grisham. Der Roman „Anklage“ ist das 23. seiner Bücher aus dem Anwaltsmilieu; mehr als 30 Bücher umfasst das Gesamtwerk des US-Autors Grishams, darunter sind auch einige Jugendbücher und ein Sachbuch.

Rezension: Anklage von John GrishamIm Mittelpunkt von „Anklage“ steht die New Yorker Anwältin Samantha Kofer – erfolgreich, ambitioniert, sie arbeitet 100 Stunden in der Woche und bekommt die Finanzkrise von 2008 trotzdem knallhart zu spüren. Sie wird entlassen, aber arbeitslos ist sie nicht. Ihre Kanzlei verspricht, ihren Job zu erhalten – wenn sie ein Jahr lang ohne Gehalt für eine Non-Profit-Organisation arbeitet.

Sie soll „ein bisschen was Gutes“ tun, die Welt retten, um die eigene Krankenversicherung zu behalten. Samantha ist schockiert von der neuen Welt, die sie kennenlernt: Ein winziger Ort in den Bergen Virginias, dessen Einwohner sich für die Kohleindustrie kaputt gearbeitet haben.

Armut, Hungerlöhne, ein Unternehmen ohne Moral – Samantha muss über sich hinauswachsen und tatsächlich die Welt retten, zumindest die der Arbeiter von Brady.

Kritik zu Anklage von John Grisham:

Zugegeben, es ist kein brandneuer Plot, den John Grisham hier aufzieht: Verwöhnte Erfolgsfrau trifft das wahre Leben und muss sich bewähren. Das haben wir alle schon zigmal gelesen – was aber nicht heißt, dass auch diese Geschichte immer noch neu und spannend erzählt werden kann. John Grisham gelingt das souverän, und im Gegensatz zu den meisten seiner Anwaltsthrillern ist hier eine Protagonistin am Werk, was mir besonders gefallen hat. Wie Samantha die Augen geöffnet werden für die Sorgen und Nöte ihrer Mitmenschen, das ist überzeugend geschildert und flüssig erzählt.

Ein wirklicher Thriller ist „Anklage“ nicht, gewiss gibt es actionreichere Werke von John Grisham, aber mir gefiel gerade der Fokus auf die Wandlung von Samantha. Sie kommt aus einer völlig anderen Welt, nicht nur privat. Auch ihr Berufsleben sah vor Brady völlig anders aus: Sie stand beispielsweise zuvor nie vor Gericht. Dass der Anwaltsberuf auch so aussehen kann, war mir neu. Solche Details, die John Grisham immer wieder einstreut, machen neugierig, regen an, sie sie bringen zum Weiterlesen. Und da ist auch noch die Geschichte mit Jeff. Samantha beginnt eine Affäre mit ihm, was für eingefleischte Fans von Grisham eine milde Überraschung darstellen dürfte, denn solche Einblicke ins Gefühlsleben seiner Figuren beschert uns der Autor selten. Doch macht das „Anklage“ nur um so realistischer. Das offene Ende trägt gleichsam dazu bei. Ob die Gerechtigkeit wirklich siegt, weiß man am Ende nicht. Wie im richtigen Leben eben.

Fazit zu Anklage von John Grisham:

John Grisham hat es immer noch drauf – „Anklage“ beweist das nachdrücklich. Gut recherchiert, realitätsnah, packend geschrieben und mit ungewohnt tiefen Einblicken in die Psyche der Protagonistin ist „Anklage“ ein Buch, das man so schnell nicht aus der Hand legen kann. Die flüssige, runde Schreibweise, die man vom Autor gewohnt ist, trägt dazu sicher noch bei. Leseempfehlung nicht nur für eingefleischte John Grisham-Fans!

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Anklage von John GrishamProduktinfos:

Verlag: Heyne Verlag

Seiten: 512

Bei Amazon erhältlich als: BucheBook

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