Zur Abwechslung gibt es hier mal eine ganz andere Buchvorstellung. In einer Büchergruppe (Die Bookaholics) auf Facebook gibt es eine Listenaktion, in der man seine Top 10 Bücher von deutschsprachigen Autoren vorstellen kann. Dabei geht es nicht um die besten Autoren aller Zeiten, sondern um die persönlichen Vorlieben. Und dies ist meine Liste. Sie ist vom heutigem Stand (10.08.17) und könnte in ein paar Wochen oder Monaten schon wieder ganz anders aussehen.

Obwohl ich anfangs dachte, ich würde keine 10 Autoren zusammen bekommen, ist es mir richtig schwer gefallen nun „die 10“ auszuwählen. Ich habe mehrmals Namen aufgeschrieben, gestrichen und wieder eingesetzt. Somit ist folgende Liste nur eine unvollständige Aufzählung von hochgeschätzten Autoren, die mich begeistern, mitreißen und in andere Welten entführen konnten.

Die Liste ist ein wenig nach Genres geordnet, die Aufzählung unterliegt aber keinerlei Wertung.

1. Zoran Drvenkar: Du
Ein Ausnahmethriller! Nachdem ich schon von „Still“ sehr angetan war, hat mich „Du“ vom Hocker gehauen. Der ungewöhnliche, anfangs doch etwas gewöhnungsbedürftige Schreibstil aus der „Du-Perspektive“ hat mich begeistert. Die ganze Story um einen Killer, einen skrupellosen Verbrecherboss und die „süßen Schlampen“ ist dermaßen eigenwillig und gleichzeitig intelligent aufgebaut, dass der Roman allein darum schon aus der Masse herausragt. Einer der besten Thriller, die ich bisher gelesen habe.

2. Horst Eckert: Vincent Veih-Reihe
Eckert ist für mich einer der besten Autoren von politischen Thrillern. Schon die ersten beiden Bände waren hervorragend geschrieben, aber Band 3, „Wolfsspinne“ gefällt mir am besten. Er handelt von der Verflechtung von Rechtsextremismus mit dem deutschen Geheimdienst, was einen unweigerlich an die NSU-Terroristen erinnert. Trotzdem: die Reihenfolge einhalten!

3. Elisabeth Herrmann: Joachim Vernau-Reihe
In den Krimis dieser Serie um einen Anwalt, greift die Autorin reale, brisante und auch politische Themen auf und verwebt diese mit fiktiven Kriminalfällen. Im ersten Band geht es z.B. um die Zwangsarbeiter(innen) und Kunstraub im deutschen Reich und dessen Auswirkungen auf die Familie, in die Vernau in der heutigen Zeit einheiraten möchte. Absolut lesenswert!

4. Jutta Maria Herrmann: Amnesia – Ich muss mich erinnern
Nun, der Nachname steht offenbar für Qualität. ;-) Amnesia war mein erster Roman von Jutta, aber garantiert nicht mein letzter. Diesen Mix aus Familiendrama, Krimihandlung und Thrillerelementen habe ich in 2 Tage verschlungen. Was ich an dem Roman so toll fand, könnt ihr ausführlicher in unserer Rezi nachlesen.

5. Antonia Michaelis: Das Institut der letzten Wünsche
Ein ganz wunderbarer, geradezu poetischer Roman! Eine Geschichte über Freundschaft, die Liebe und den Tod. Die Geschichte von Mathilda, die in einem Institut tätig ist, das Sterbenden den letzten Wunsch erfüllt, und sich dabei selbst in einen ihrer „Kunden“ verliebt, hallt lange nach. „Der Mächenerzähler“, der hier in der Listenaktion schon mehrfach genannt wurde, wollte ich eigentlich bis zum erstellen dieser Liste ebenfalls lesen, habe es aber leider nicht geschafft. Coming soon!

6. Inge Scholl: Die weiße Rose
Ich glaube, über das Buch muss man nicht viele Worte verlieren. Ich war 12 oder 13 Jahre alt, als ich das Buch zum ersten mal gelesen hatte. Und auch wenn ich bis dahin nicht viel über die Geschichte des 3. Reichs und des dort herrschenden Wahnsinns wusste, hat mich der Mut und die Zivilcourage der Mitglieder der Weißen Rose beeindruckt. Und letztendlich auch dafür gesorgt, dass ich Willkür und Rassismus in jeder Form bis heute zutiefst verachte. Pflichtlektüre!
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7. David Safier: 28 Tage lang
spielt ebenfalls in den 40er Jahren. Allerdings nicht in Deutschland sondern in Polen – im Warschauer Ghetto. Erzählt wird die Geschichte über den Widerstand der Ghettobevölkerung gegen die SS aus Sicht der 16jährigen Mira. Obwohl „28 Tage lang“ eigentlich ein Jugendbuch ist, wird das Elend, das Massensterben und die Verzweiflung der Menschen sehr detailliert und glaubhaft wiedergegeben. Bei aller Grausamkeit der Nazis fand ich die beschriebene Gleichgültigkeit der polnischen Bevölkerung – die ja selbst unter den Besatzern gelitten hat – gegenüber ihren jüdischen Mitbürgern ebenso erschreckend.
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8. Christoph Hein: Glückskind mit Vater
Dass Konstantin, Sohn eines Nazis und Kriegsverbrechers, ein Glückskind ist, wird man bei der Lektüre dieses Buches bezweifeln. Konstantin wurde 1945 geboren und versucht so früh wie möglich von seinem Vater wegzukommen. Er tritt in die Fremdenlegion ein, zieht später in die DDR und macht dort, trotz einiger Widerstände, Karriere. Christoph Hein erzählt in diesem Roman spannend, und auch mit feinem Humor, die Lebensgeschichte eines Mannes, die gleichzeitig ein Dokument jüngerer deutscher Geschichte ist. Ich habe das Buch letztes Jahr gelesen, es liegt aber schon wieder auf meinem SuB. Und ich lese nur sehr wenige Bücher mehr als einmal.
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9. Ursula Poznanski: Eleria-Trilogie
Die Thriller von der Autorin sind schon bemerkenswert gut, aber so richtig angetan hat es mir diese Jugendbuchreihe. Auch die liegt, obwohl schon gelesen, wieder auf meinem SuB. Ich erlaube mir mal, den Text von unserer Webseite hierher zu kopieren:

Ursula Poznanski erzählt eindringlich und von der ersten Seite an fesselnd in der „Eleria“-Trilogie die Geschichte einer jungen Frau auf der Suche nach der Wahrheit. Die verschiedenen Charaktere werden überzeugend aufgebaut; eifrig knüpft die Autorin raffinierte Handlungsfäden, in denen die Protagonisten sich zusehends verstricken. Es gelingt ihr, im Laufe der Trilogie weder an erzählerischer Klarheit noch an Tempo zu verlieren. Dabei bringt Ursula Poznanski ihre Leserschaft nicht nur zum Mitfiebern, sondern stimmt den Leser auch nachdenklich, wenn sie Themen wie Elitenbildung in einer geteilten Gesellschaft behandelt. Die „Eleria“-Trilogie ist zwar als Jugendthriller ausgewiesen, schafft es aber durchaus beeindruckend, auch Erwachsene zu begeistern.

10. Paul Maar: Das Sams
Eigentlich war ich davon überzeugt, dass die 5 Freunde meine ersten selbst gelesenen Bücher waren. Aber meine Mom hat mich dann an das Sams erinnert. Ich kann mich kaum noch an den Inhalt der drei Bücher (später kamen noch weitere dazu, die habe ich aber nicht mehr gelesen) erinnern, aber in diese Liste gehören die Bücher, denn es waren meine ersten selbstständigen Leseversuche. Das Sams habe ich trotz ausdrücklichen Verbots aus dem Bücherregal meiner Mom stibitzt. Verboten, weil ich damals angeblich dazu geneigt habe, meine – sehr bescheidene – künstlerische Begabung in Form von abstrakten Zeichnungen auf jedem Stück Papier unter Beweis zu stellen. Die Geschichten vom Sams müssen mich aber sehr gefesselt haben, denn die Bücher stehen heute noch, wenn auch etwas abgenutzt, ohne meine Signaturen im gleichen Regal.
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Ohne näher auf die Werke einzugehen, möchte ich stellvertretend für alle Autoren, die es fast auf die Liste geschafft hätten, noch ein paar Werke nennen, die mich ebenfalls begeistern konnten:

Sandra Regniers Pan-Trilogie, Cornelia Funkes Tintenwelt, Ellen Dunnes „Wie du mir“, das ich gerade erst gelesen habe, „Nackter Mann, der brennt“ von Friedrich Ani, Heidi von Johanna Spyri, und noch v.a..

Eine Liste von Sara Wojkowski (Link geht zu Facebook).

 

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