Der König der Komödianten von Charlotte Thomas

Der junge Waise Marco Ziani wächst bei seinem Onkel auf dem Land des Venetos im ausgehenden 16. Jahrhundert auf. Seine Herkunft ist ihm immer ein Rätsel, doch fühlt der beinahe 18-jährige sich bei seinem Onkel wohl. Entsprechend hart trifft es ihn, als dieser plötzlich verstirbt und er gezwungen ist sich dem einstmals letzten Willen des Mannes unterzuordnen und ins Kloster zu gehen. Doch dort hält es ihn nicht lange, denn wie es scheint hat er nicht nur einiges geerbt, sondern muss wegen dem Erbe nun auch um sein Leben bangen. Schon nach kurzer Zeit flieht er nach Padua und trifft dort auf eine Schauspielgruppe, der er sich als Bühnenhelfer anschließen darf.

Hier entdeckt man auch sein Talent zum Schreiben und so kommt es, dass er der Autor eines neuen Stückes werden soll, eines welches die Schauspieltruppe vor dem Ruin bewahren soll. Es scheint, dass er endlich sein Glück und seine Bestimmung gefunden hat, doch auch als die Truppe nach Venedig geht, ist er nicht außer Gefahr, denn bald schon steht er nicht nur seinen Verfolgern gegenüber, sondern auch der Lösung zur Rätsel seiner Herkunft und die birgt einige – teilweise unangenehme – Überraschungen in sich.

Mit einem Werk über die klassische Commedia dell’Arte weiß Charlotte Thomas auch in ihrem neuen Werk „Der König der Komödianten“ einmal mehr von ihrer Qualität als historische Romanautorin zu überzeugen. Das Buch besitzt eine gehörige Portion Humor und ist – ganz im Stil seines Inhaltes – nicht selten selber eine Komödie. Die Geschichte, in Ich-Form erzählt, ist sympathisch und lässt die Sympathien auf den Protagonisten übergehen, der doch oftmals so naiv in seiner Jugend wirkt und sich dennoch tapfer durch alle Unwegsamkeiten und sein manches Mal aufkeimenden mangelnden Selbstvertrauen kämpft.

Die Incomparabili, in ihrer Gemeinschaft so unterschiedlich, wie es kaum noch mannigfacher gehen kann, sind eine zusammengewürfelte Charakterstudie, die trotz mancher Klischeehaftigkeit doch letztlich nur einen Teil des normalen Lebens widerspiegelt, das meist die besten Geschichten für das Theater liefert – wie man auch in diesem Buch bald feststellen kann. Natürlich spielt auch die Liebe in diesem Stück eine große Rolle – nicht nur auf der Bühne – und Marco, der diese – wie so viele andere Dinge – langsam kennen lernt, wirkt dabei so herrlich naiv, dass es schon erfrischend ist.

Obwohl die Handlung recht bald in weiten Teilen vorhersagbar ist, möchte man das Werk dennoch nicht einfach gelangweilt aus der Hand legen, im Gegenteil: der Schreibstil, die erfrischende Art mit dem Thema der Commedia dell’Arte und deren Umsetzung innerhalb der Geschichte mit der Geschichte umzugehen, bereitet dem Leser definitiv vergnügen und lässt ihn das Buch mit dem selben Humor lesen, den die Autorin in das gesamte Geschehen hat einfließen lassen. Leichte, angenehme Kost, die einerseits eine ganz andere Charlotte Thomas zeigt und zugleich doch wunderbar ihren bekannten Stil widerspiegelt. – Rezensentin Micky für Bücherserien.de

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